Franks SchreibBlog
Provokativ • Politisch • Persönlich • Polemisch

Nicht links, nicht rechts

Es muss irgend­wann 2008 gewe­sen sein, als ich mich für die Pira­ten zu inter­es­sie­ren begann. Damals fiel mir ins­be­son­de­re die — zu die­ser Zeit noch völ­lig unstrit­ti­ge — Pira­ten­lo­sung "Wir sind nicht links oder rechts, son­dern vorn!" auf. Mir schien da eine Bür­ger­rechts­be­we­gung in Gestalt einer Anti-Par­tei­en-Par­tei her­an­zu­wach­sen, die etwas völ­lig Neu­es ver­su­chen woll­te. Als über­zeug­ter Nicht­wäh­ler fühl­te ich mich von der Poli­tik der eta­blier­ten Par­tei­en zutiefst abge­stos­sen und sah die Demo­kra­tie auf einem Ast sit­zen, an dem kor­rup­te Poli­ti­ker, Lob­by­is­ten, Über­wa­chungs­fa­na­ti­ker und mono­po­li­sier­te Unter­neh­men bestän­dig sägen. Ich glau­be, mei­ne Hoff­nung, dass mit den Pira­ten eine Kraft auf der poli­ti­schen Büh­ne erschie­nen war, die das bestehen­de Sys­tem kon­se­quent hin­ter­fra­gen und von innen her­aus angrei­fen und ver­än­dern woll­te, wur­de von vie­len Men­schen in die­sem Land geteilt. Die Par­tei wuchs rasant und ich selbst trat ein Jahr spä­ter ein und enga­gier­te mich ab die­ser Zeit aktiv in mei­nem Kreis- und Lan­des­ver­band. Die Umfra­ge­wer­te und Wahl­er­geb­nis­se waren bom­bas­tisch, die Pira­ten zogen in kur­zer Zeit in vier Lan­des­par­la­men­te ein.  (mehr …)

Alle Jahre wieder...

Eini­ge Gedan­ken zum pla­ka­ti­ven Schwach­sinn

Noch nie zuvor in mei­nem Leben war ich so in den Wahl­kampf einer Par­tei invol­viert wie in die­sen Tagen. Als eher zyni­scher Beob­ach­ter des Wahl­thea­ters der eta­blier­ten Par­tei­en waren deren Kam­pa­gnen für mich immer so über­zeu­gend und nach­voll­zieh­bar gewe­sen wie Ern­tenach­rich­ten aus Nord­ko­rea. Nun bin ich seit vier Jah­ren Pirat, ste­he selbst an Info­stän­den, rede mit frus­trier­ten und poli­ti­ker­ver­dros­se­nen Bür­gern, ver­su­che als ehe­ma­li­ger Nicht­wäh­ler Leu­te zu über­re­den doch zur Wahl zu gehen und opfe­re gan­ze Aben­de, um mit Kabel­bin­dern in der Hand durch Jena zu zie­hen und Pla­ka­te an den Licht­mas­ten die­ser Stadt auf­zu­hän­gen. Ich tue das mit einem gewis­sen unge­sun­den Maß an Idea­lis­mus, aber der zyni­sche Beob­ach­ter in mir hat sich nicht in Luft auf­ge­löst und grinst so frech wie eh und je. (mehr …)

Wir können zehn Prozent und mehr!

7 simp­le Punk­te für eine erfolg­rei­che Pira­ten­par­tei in der Bun­des­tags­wahl

Pkt. Eins

Es ist irrele­vant, ob wir selbst Wert auf inner­par­tei­li­che Hier­ar­chi­en legen oder nicht, die (media­le) Öffent­lich­keit tut es für uns. Und wenn wir unse­re Bun­des­vor­stän­de noch so gern als Arbeits­tie­re und Sach­ver­wal­ter sehen wol­len, sie wer­den immer unse­re Aus­hän­ge­schil­der und Iden­ti­fi­ka­ti­ons­mar­ken sein, an denen wir gemes­sen wer­den. Nie­mand kann sich mit einem Par­tei­pro­gramm emo­tio­nal iden­ti­fi­zie­ren, mit Men­schen dage­gen schon. Daher müs­sen wir zwangs­läu­fig und umge­hend alle Per­so­nal­de­bat­ten, Strei­tig­kei­ten und Que­re­len im Bun­des­vor­stand und in ande­ren wich­ti­gen Gre­mi­en der Par­tei been­den. (mehr …)

Ohne Bürger wird das nichts ...

Mei­ne klei­ne Wahl­nach­le­se

Kap. 1 Das Mär­chen

Es war ein­mal eine gro­ße Unzu­frie­den­heit im Land. Die Men­schen wand­ten sich von der eta­blier­ten Poli­tik ab, fan­den die Par­tei­en ver­lo­gen und ihre Ver­tre­ter macht­gie­rig, eigen­nüt­zig und bür­ger­fern. Da tauch­te eines Tages am Hori­zont eine Fre­gat­te mit schwar­zer Flag­ge auf und hoff­nungs­voll schau­ten die Bür­ger zu, wie das Schiff anleg­te und eine Meu­te fre­cher jun­ger Pira­ten von Bord sprang und den Mäch­ti­gen eine Hei­den­angst ein­jag­te. Den Bür­gern gefiel das, was sie sahen. Denn die lus­ti­gen Pira­ten schie­nen wie die Nach­barn von neben­an zu sein, aber hat­ten noch Idea­le und zeig­ten, dass es sich lohn­te auf­zu­be­geh­ren und zu kämp­fen. Die Leu­te fan­den die Pira­ten ehr­lich und authen­tisch und sie hat­ten auf ein­mal das Gefühl, dass es wie­der Hoff­nung gab im Land. Des­we­gen gaben sie ihnen ihre Stim­me. (mehr …)

Das Sandkastenspiel

Der Zeit­punkt hät­te güns­ti­ger nicht sein kön­nen. Am Sams­tag des Bochu­mer Par­tei­tags der Pira­ten, nach Stun­den eines nur müh­se­li­gen Vor­an­kom­mens in der Tages­ord­nung, sprang gegen 17 Uhr plötz­lich Bernd Schlö­mer, sei­nes Zei­chens Bun­des­vor­sit­zen­der, auf die Büh­ne. Er über­rasch­te nicht nur die leicht irri­tier­te Ver­an­stal­tungs­lei­tung, son­dern über­rum­pel­te auch die generv­te und etwas ermü­de­te Mit­glie­der­ver­samm­lung mit einem Anlie­gen, das so gar nicht an die­se Stel­le des Pro­gramm­par­tei­tags pas­sen woll­te.  (mehr …)