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Schlagwort: Demokratie

Der Wahnsinn der allgemeinen Begriffe

Der Wahnsinn der allgemeinen Begriffe

1876 ver­öf­fent­lich­te der noch rela­tiv jun­ge Fried­rich Nietz­sche als "Vier­tes Stück" sei­ner "Unzeit­ge­mä­ßen Betrach­tun­gen" eine Schrift mit dem Titel "Richard Wag­ner in Bay­reuth". Er ver­pack­te dar­in nicht nur sei­ne gan­ze über­schwäng­li­che Ver­eh­rung für den Fest­spiel­kom­po­nis­ten, son­dern for­mu­lier­te vor allem die ins Pathe­ti­sche gestei­ger­te Hoff­nung aus, des­sen Musik kön­ne zur Über­win­dung der künst­li­chen Ent­frem­dung zwi­schen den Men­schen bei­tra­gen und die in unsäg­li­cher Armuth und Erschöp­fung befind­li­che Cul­tur wie­der zu Erha­ben­heit und anti­ker Grö­ße füh­ren.1 Die­se eher unge­wöhn­li­che Erwar­tungs­hal­tung an Musik begründete...

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Hopfen und Malz verloren

Hopfen und Malz verloren

42 Par­tei­en tre­ten zur Bun­des­tags­wahl 2017 an. Und was macht die deut­sche Fern­seh­na­ti­on? Sie zieht sich begie­rig ein "Duell" der bei­den Kanz­ler­kan­di­da­ten der Regie­rungs­ko­ali­ti­on rein, die seit Jah­ren am Ruder ist und die man eigent­lich direkt für das ver­ant­wort­lich machen müss­te, was schief­läuft. Was erwar­tet man da zu sehen und zu hören? Was Frau Mer­kel zum Früh­stück isst? Wie es beim Wan­der­ur­laub in den Ber­gen war? Oder von Herrn Schulz, was er mit sei­ner gan­zen Koh­le aus all den fetten...

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Die Demokratie-Simulanten

Die Demokratie-Simulanten

"Sind wir nicht die Zukunft Deutsch­lands, die Pflanz­stät­te deut­scher Par­la­men­te! — Es ist mit­un­ter schwer, sagt Juve­nal, kei­ne Saty­re zu schrei­ben." (Fried­rich Nietz­sche) "Wenn sie kein Brot haben, sol­len sie doch Kuchen essen." (Marie-Antoi­­ne­t­­te) Zwei Tage lang habe ich tat­säch­lich gedacht, dass mich die Wahl unse­res neu­en Bun­des­prä­si­den­ten in der soge­nann­ten Bun­des­ver­samm­lung nichts angeht. Was soll­te mich schon dar­an tan­gie­ren, dass ein reprä­sen­ta­ti­ver Grüß­au­gust durch einen ande­ren ersetzt wird? Was hat das mit mei­nem Leben zu tun? Durch das Wasserglas...

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Demokratie wird überschätzt

Demokratie wird überschätzt

Gegen Ende der Stadt­rats­sit­zung am 4. Novem­ber pas­sier­te es. Bür­ger­meis­ter Schen­ker, auch als Dezer­nent für Bil­dung, Fami­lie und Sozia­les in Amt und Wür­den, ver­lor die Selbst­kon­trol­le und fing an her­um­zu­pol­tern. Was Herr Schen­ker "uner­hört" und "dum­mes Zeug" fand, war die ruhi­ge und sach­li­che Fra­ge der Pira­­ten-Stadt­­rä­­tin Hei­drun Jän­chen, ob denn die Stadt die nöti­gen Unter­la­gen für den Bau der Schu­le am Jen­zig­weg frist­ge­recht beim Land ein­ge­reicht hät­te. Sie benutz­te dabei sogar das Wort "Gerüch­te", um zu ver­deut­li­chen, dann man nichts...

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Die Stimme des Volkes

Die Stimme des Volkes

War­um Bür­ger­be­tei­li­gung kei­ne Umfra­ge ist Am 1. Sep­tem­ber wur­den im Rat­haus in einer öffent­li­chen Ver­an­stal­tung — wie immer vor sehr über­schau­ba­rem Publi­kum — die Ergeb­nis­se des dies­jäh­ri­gen Bür­ger­haus­halts vor­ge­stellt. Mit dem The­ma Ent­schul­dung hat­te die AG Bür­ger­haus­halt wie­der ein­mal einen Nerv getrof­fen, mit immer­hin 20% Rück­lauf­quo­te war das Inter­es­se der Bür­ger recht groß. Auch das Votum ist beein­dru­ckend: drei­vier­tel der Befrag­ten spre­chen sich gegen die Auf­he­bung des Neu­ver­schul­dungs­ver­bots aus, ein kla­res Signal an die Kom­mu­nal­po­li­tik. Was ich an die­ser Stel­le jedoch...

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Das Ende der freien Gesellschaft

Das Ende der freien Gesellschaft

Erin­ne­run­gen an die Wen­de. Es war 1989, zwei Tage nach Öff­nung der inner­deut­schen Gren­ze, als ich mich wie vie­le ande­re Ost­deut­sche auf­mach­te, um das gelob­te Land hin­ter dem Sta­chel­draht und den Selbst­schuss­an­la­gen zu besich­ti­gen. Unse­re Nach­barn nah­men uns in einem klapp­ri­gen Sko­da mit und als wir end­lich den Grenz­über­gang über­quer­ten, stan­den Kin­der an den Stra­ßen­rän­dern, die uns befrei­te Ossis mit hef­ti­gem Fähn­chen­win­ken begrüß­ten. Unser Ziel war Coburg und dort auf direk­tem Wege irgend­ein Amt, auf dem wir unser Begrü­ßungs­geld in Empfang...

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Leute hinterm Mond

Leute hinterm Mond

  Man könn­te böse sein und mit einem gewis­sen Hauch von Res­sen­ti­ment bemer­ken, dass die­se Leu­te da hoch im deut­schen Nor­den schon immer etwas selt­sam waren und weit­ab von den gro­ßen Bal­lungs­zen­tren der Moder­ne die Zei­chen der Zeit ein­fach ver­pennt haben. Denn das, was da vor kur­zem im Kie­ler Land­tag pas­siert ist, spot­tet nicht nur jeder Beschrei­bung, es ist Aus­druck einer ver­staub­ten poli­ti­schen Kul­tur, die ein­fach nur noch auf den Abfall­hau­fen der Geschich­te gewor­fen gehört. 

Die FDP im Überraschungs-Ei

Die FDP im Überraschungs-Ei

Wahl­recht ab Geburt? Der­zeit gibt es inner­halb der Pira­ten­par­tei eini­ge Dis­kus­sio­nen und Bestre­bun­gen, das all­ge­mei­ne Wahl­al­ter von 18 Jah­ren in ein all­ge­mei­nes Wahl­recht ab Geburt umzu­wan­deln. Die­ses Ansin­nen ist sogar ver­ständ­lich und löb­lich, weil es dar­auf abzielt, Kin­dern und Jugend­li­chen mehr Rech­te und mehr Betei­li­gung in einer Gesell­schaft ein­zu­räu­men, die mehr oder weni­ger über sie hin­weg­re­giert und sich wenig um die Bedürf­nis­se und den "poli­ti­schen Wil­len" der noch nicht Erwach­se­nen küm­mert. Unab­hän­gig von den Schwie­rig­kei­ten, die die­ses Unter­fan­gen mit sich...

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Politik aus Notwehr

Politik aus Notwehr

War­um ich als Poli­ti­scher Geschäfts­füh­rer der Pira­ten Jena kan­di­die­re Ich bin qua­si ein Relikt. Ja, in der Tat gehö­re ich zu einer aus­ster­ben­den Gat­tung Mensch. Mei­ne Genera­ti­on ist die letz­te, die ohne Com­pu­ter, ohne Inter­net, ohne Social Media, Twit­ter & Co. auf­ge­wach­sen ist. In der Schu­le haben wir unse­re Mathe­ma­tik­auf­ga­ben auf dem Papier gerech­net. Hilfs­mit­tel waren Rechen­stab und Tafel­werk.  Der ers­te Com­pu­ter, mit dem ich — damals schon im Stu­di­um — in Berüh­rung kam, war ein 8‑bit-Com­­pu­­ter mit der Bezeichnung...

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Prima Zeiten für Demagogen

Prima Zeiten für Demagogen

Die­ser Tage wird viel über die Gewalt­ta­ten und Mor­de der Zwi­ckau­er Neo­­na­­zi-Grup­­pe berich­tet und dis­ku­tiert. Dabei han­delt es sich um bruch­stück­haf­te Erkennt­nis­se und Puz­zle­stei­ne, die jetzt mehr oder weni­ger zufäl­lig ans Tages­licht kom­men und für media­le Auf­merk­sam­keit sor­gen. Nach 13 Jah­ren Ver­sa­gen der Sicher­heits­be­hör­den kann man ja lei­der kaum von Ermitt­lungs­er­geb­nis­sen spre­chen, die die­ser Gewalt­in­sze­nie­rung ein Ende gesetzt hät­ten. Viel­mehr ist das Gegen­teil der Fall, da man von 13 Jah­ren finan­zi­el­ler und orga­ni­sa­to­ri­scher Unter­stüt­zung für die rech­te Sze­ne zumin­dest durch...

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