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Autor: Frank11

Adieu Piraten!

Adieu Piraten!

I Für jeman­den, der sich nie vor­stel­len konn­te, mal in eine poli­ti­sche Par­tei ein­zu­tre­ten, ging es 2009 bei mir dann doch erstaun­lich flott. Ich hat­te schon ein paar Mona­te vor­her über einen Arbeits­kol­le­gen (natür­lich IT'ler) von den Akti­vi­tä­ten die­ser omi­nö­sen Pira­ten­par­tei gehört und ver­folg­te seit­dem im Netz spo­ra­disch deren Aktio­nen. Was die da sag­ten und taten, schien so gar nicht in den her­kömm­li­chen Par­tei­en­zir­kus zu pas­sen, der mich als über­zeug­ten Nicht­wäh­ler schon lan­ge ein­fach nur ankotz­te. Beson­ders gefiel mir der...

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Gesellschaft am Rande des Abgrunds

Gesellschaft am Rande des Abgrunds

Vor nicht all­zu lan­ger Zeit pro­bier­te ich als Rad­fah­rer auf dem Heim­weg eine neue Rou­te aus. Der angeb­li­che Rad­weg, den ich benutz­te, ende­te im Nir­gend­wo und ich muss­te auf eine schma­le Wohn­ge­biets­stra­ße ein­schwen­ken. Lei­der war nicht zu erken­nen, dass ich nun ent­ge­gen einer Ein­bahn­stra­ße fuhr, aber die har­te Rea­li­tät belehr­te mich sofort eines Bes­se­ren. Ein PKW, der mir ent­ge­gen­kam, blo­ckier­te die enge Stra­ße und ich muss­te anhal­ten. Der Fah­rer öff­ne­te sein Fens­ter und ging mich sofort rüde an. 50 m...

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Der Wahnsinn der allgemeinen Begriffe

Der Wahnsinn der allgemeinen Begriffe

1876 ver­öf­fent­lich­te der noch rela­tiv jun­ge Fried­rich Nietz­sche als "Vier­tes Stück" sei­ner "Unzeit­ge­mä­ßen Betrach­tun­gen" eine Schrift mit dem Titel "Richard Wag­ner in Bay­reuth". Er ver­pack­te dar­in nicht nur sei­ne gan­ze über­schwäng­li­che Ver­eh­rung für den Fest­spiel­kom­po­nis­ten, son­dern for­mu­lier­te vor allem die ins Pathe­ti­sche gestei­ger­te Hoff­nung aus, des­sen Musik kön­ne zur Über­win­dung der künst­li­chen Ent­frem­dung zwi­schen den Men­schen bei­tra­gen und die in unsäg­li­cher Armuth und Erschöp­fung befind­li­che Cul­tur wie­der zu Erha­ben­heit und anti­ker Grö­ße füh­ren.1 Die­se eher unge­wöhn­li­che Erwar­tungs­hal­tung an Musik begründete...

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Gegenbewegung

Gegenbewegung

Ich bin ein wasch­ech­ter Ossi. 1964 in einem thü­rin­gi­schen Dorf auf­ge­wach­sen, wur­de ich durch die DDR sozia­li­siert. Mein Bil­dungs­weg führ­te durch die gän­gi­gen Insti­tu­tio­nen des real­exis­tie­ren­den Sozia­lis­mus: Poly­tech­ni­sche Ober­schu­le (POS), Erwei­ter­te Ober­schu­le (EOS), Uni­ver­si­tät, unter­bro­chen durch einen drei­jäh­ri­gen Auf­ent­halt in den Streit­kräf­ten der Natio­na­len Volks­ar­mee (NVA). Obwohl ich mir ins­be­son­de­re im Stu­di­um hin und wie­der den Mund ver­brann­te, war ich weder Staats­feind noch Dis­si­dent, son­dern eher ange­passt wie Mil­lio­nen ande­rer DDR-Bür­­ger auch. Ich habe mei­ne Sta­­si-Akte nie ange­for­dert, vor­aus­ge­setzt es...

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Die formatierte Stadt

Die formatierte Stadt

War­um ein Gestal­tungs­hand­buch Jena ärmer macht Die Deut­schen sind für ihre über­trie­be­ne Ord­­nungs- und Rege­lungs­wut berüch­tigt. Dabei wird nicht sel­ten das Gegen­teil von dem bewirkt, was man vor­gibt zu wol­len. So hat sich die Stadt Jena eines schö­nen Tages ein soge­nann­tes Gestal­tungs­hand­buch ver­ord­net, die for­ma­tio jenen­sis.1 Der "Stan­dard für die Gestal­tung des öffent­li­chen Rau­mes" ist in "Kon­zept, Inhalt und Gestal­tung" ein Werk jenes Stadt­ar­chi­tek­ten, der mitt­ler­wei­le vie­len Jena­er Bür­gern ein Begriff sein dürf­te. Das Ansin­nen wur­de bereits am 18.09.2008 im Stadtentwicklungsausschuss...

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Hopfen und Malz verloren

Hopfen und Malz verloren

42 Par­tei­en tre­ten zur Bun­des­tags­wahl 2017 an. Und was macht die deut­sche Fern­seh­na­ti­on? Sie zieht sich begie­rig ein "Duell" der bei­den Kanz­ler­kan­di­da­ten der Regie­rungs­ko­ali­ti­on rein, die seit Jah­ren am Ruder ist und die man eigent­lich direkt für das ver­ant­wort­lich machen müss­te, was schief­läuft. Was erwar­tet man da zu sehen und zu hören? Was Frau Mer­kel zum Früh­stück isst? Wie es beim Wan­der­ur­laub in den Ber­gen war? Oder von Herrn Schulz, was er mit sei­ner gan­zen Koh­le aus all den fetten...

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Verrannt.

Verrannt.

Ein Kom­men­tar zum Ter­ror­an­schlag von Bar­ce­lo­na Lan­ge habe ich über­legt, ob ich etwas dazu schrei­be. Da geis­tert die­ses Foto durch die Netz­wer­ke. Ein totes Kind liegt auf der Stra­ße in Bar­ce­lo­na. Etwas ent­fernt dane­ben eine Frau, viel­leicht sei­ne Mut­ter. Mög­li­cher­wei­se ist es der bis­her ver­miss­te aus­tra­li­sche Jun­ge, von dem jetzt in den Medi­en die Rede ist. Er war sie­ben Jah­re alt. Es ist ent­setz­lich. Nein, ich kann die­ses Foto nicht ver­lin­ken oder ver­brei­ten, ich ver­mag es kaum anzu­se­hen. Ich habe...

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Jägermeister und der Wahlkampf

Jägermeister und der Wahlkampf

Letz­tes Wochen­en­de war ich mit Freun­den auf dem Son­­ne­­Mon­d­S­ter­­ne-Fes­­ti­­val an der Blei­loch­tal­sper­re bei Saal­burg und habe mich dort zusam­men mit 35.000 ande­ren Par­­ty-Peo­p­­le an elek­tro­ni­scher Musik erfreut. Es gäbe eine gan­ze Rei­he span­nen­der Fra­gen, die man im Zusam­men­hang mit die­ser #smsxxi dis­ku­tie­ren könn­te. Zum Bei­spiel wie lan­ge man in Gum­mi­stie­feln tan­zen kann, war­um es die­sen Som­mer eigent­lich immer und über­all reg­nen muss, wenn man mal was Wich­ti­ges vor­hat oder was ein Dino­sau­ri­er wie ich über­haupt auf einem Ele­k­­tro-Fes­­ti­­val mit Durchschnittsalter...

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Der Öko-Bonus für Radfahrer

Der Öko-Bonus für Radfahrer

Ich fah­re eigent­lich ganz gern mal Rad. Aller­dings nut­ze ich es weni­ger als all­täg­li­ches Fort­be­we­gungs­mit­tel, son­dern mehr in mei­ner Frei­zeit. Aus orga­ni­sa­to­ri­schen und beruf­li­chen Grün­den bin ich täg­lich mehr mit dem Auto unter­wegs. Had­mut Danisch berich­tet in einem aktu­el­len Blog­bei­trag von sei­nen eher unan­ge­neh­men Erleb­nis­sen mit Ber­li­ner Rad­fah­rern. Seit gerau­mer Zeit mache ich in mei­ner Hei­mat­stadt Jena ähn­lich dras­ti­sche Erfah­run­gen. Mir spukt das Gan­ze desöf­te­ren im Kopf her­um, da es eini­ge offe­ne Fra­gen gibt, die schein­bar nie­mand beant­wor­ten möchte —...

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Gender-(Film)Kunst

Gender-(Film)Kunst

Lie­be Leser, sicher kennt ihr die­sen Augen­blick. Ihr schaut im Fern­se­hen den Tat­ort und nach gut der Hälf­te fällt euch auf der Strich­lis­te, die ihr mit­führt, auf, dass im Film viel mehr Män­ner auf­tre­ten als Frau­en: der Kom­mis­sar, die Poli­zis­ten, der Taxi­fah­rer, die Ein­bre­cher, der Mör­der, der Rich­ter ... tat­säch­lich, alles Män­ner. Empört springt ihr auf und nehmt euch vor, end­lich mal eine Online-Peti­­ti­on auf change.org zu star­ten, die mehr Frau­en in deut­schen Fil­men for­dert! Die­ser aus­ge­mach­te Skan­dal, den nun...

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