Franks SchreibBlog
Provokativ • Politisch • Persönlich • Polemisch

So geht grün

In Jena gibt es bestimm­te Din­ge, die seit Jah­ren nicht vor­an­kom­men. So gibt es immer noch kein Bür­ger­be­tei­li­gungs­por­tal im Inter­net, auch kei­nen Män­gel­mel­der für die Bür­ger, obwohl letz­te­rer vom Stadt­rat sogar beschlos­sen wur­de.1 Auch die AG Bür­ger­haus­halt hat­te sich jah­re­lang um eine eige­ne Inter­net­sei­te bemüht, lief damit aber nicht nur ins Lee­re, son­dern gänz­lich ins Aus — sie wur­de mitt­ler­wei­le auf­ge­löst. Was die Bür­ger­be­tei­li­gung nicht geschafft hat, schafft das Buzz-word Kli­ma locker. So hat die Stadt selbst­ver­ständ­lich der Jena­er Kli­ma-Anpas­sungs-Stra­te­gie (Jen­KAS) einen eige­nen Netz­auf­tritt spen­diert oder der Schritt-für-Schritt-Kam­pa­gne des (noch) grü­nen Stadt­ent­wick­lungs­de­zer­nats.2 Bei Jen­KAS kann man den denk­wür­di­gen Satz lesen:

"Im Zuge des Kli­ma­wan­dels wer­den sich die Tem­pe­ra­tu­ren an hei­ßen Som­mer­ta­gen deut­lich erhö­hen. Küh­len­de, begrün­te Erho­lungs­räu­me wer­den auch des­halb immer wich­ti­ger."

Wenn man sich dar­an erin­nert, wie bei­spiels­wei­se der Johan­nis­platz im Zuge sei­ner Auf­wer­tung gera­de ent­grünt wur­de, dann ent­puppt sich die­ser Satz als das was er ist: ein Witz. Die­ser Witz, gebo­ren in einem grü­nen Poli­ti­k­erhirn, ver­kommt noch mehr zum Hohn, wenn man an die tro­cke­ne Was­ser­rin­ne in der Johan­nis­stra­ße denkt, an wei­te­re tot­be­to­nier­te Plät­ze in der Stadt, an den Brun­nen­kampf für den neu­en Stadt-"Garten" auf dem Eich­platz oder an die end­lo­sen Bei­spie­le ver­hunz­ter, tot­ge­pfleg­ter oder gefäll­ter gro­ßer Stadt­bäu­me, deren Nut­zen für die Küh­lung und Begrü­nung ein­fach nie­man­dem auf­fal­len will.

(mehr …)


  1. Was gar nichts zu sagen hat. Schliess­lich hat der SPD-Ober­bür­ger­meis­ter z.B. per Dienst­an­wei­sung ein­fach den Trans­pa­renz­be­schluss für Stu­di­en und Gut­ach­ten der Stadt ein­fach aus­ge­he­belt. Und die Stadt­rä­te waren brav und haben gekuscht. []
  2. Deren Zugriffs­zah­len lie­gen zwar monat­lich nur im  3-stel­li­gen Bereich, bil­den aber nichts­des­to­trotz sogar eine eige­ne Kenn­zahl im Quar­tals­be­richt des Stadt­ent­wick­lungs­de­zer­nats. Fun­fact: Im erwähn­ten Quar­tals­be­richt wird für das Kon­to "5116 — Ver­kehrs­pla­nung" als ein­zi­ge (!) Kenn­zahl der Anteil an E-Autos an den zuge­las­se­nen PKW auf­ge­führt. Damit wird auch das andau­ern­de Ver­kehrs­de­sas­ter in der Stadt etwas nach­voll­zieh­ba­rer. []

Wir können zehn Prozent und mehr!

7 simp­le Punk­te für eine erfolg­rei­che Pira­ten­par­tei in der Bun­des­tags­wahl

Pkt. Eins

Es ist irrele­vant, ob wir selbst Wert auf inner­par­tei­li­che Hier­ar­chi­en legen oder nicht, die (media­le) Öffent­lich­keit tut es für uns. Und wenn wir unse­re Bun­des­vor­stän­de noch so gern als Arbeits­tie­re und Sach­ver­wal­ter sehen wol­len, sie wer­den immer unse­re Aus­hän­ge­schil­der und Iden­ti­fi­ka­ti­ons­mar­ken sein, an denen wir gemes­sen wer­den. Nie­mand kann sich mit einem Par­tei­pro­gramm emo­tio­nal iden­ti­fi­zie­ren, mit Men­schen dage­gen schon. Daher müs­sen wir zwangs­läu­fig und umge­hend alle Per­so­nal­de­bat­ten, Strei­tig­kei­ten und Que­re­len im Bun­des­vor­stand und in ande­ren wich­ti­gen Gre­mi­en der Par­tei been­den. (mehr …)