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Schlagwort: Linke

Vielfalt und Unteilbarkeit

Vielfalt und Unteilbarkeit

"Wenn es mir ein­fie­le, mich für einen mild­tä­ti­gen Hei­li­gen zu erklä­ren und gleich­zei­tig mei­nem Nach­bar mit einer Axt den Schä­del ein­zu­schla­gen, dann wür­de ich kor­rek­ter­wei­se in die Irren­an­stalt oder auf den elek­tri­schen Stuhl kom­men. Aber genau­so ist der Wider­spruch im Men­schen zwi­schen sei­nen idea­len »Wer­ten« auf der einen und sei­nem rea­len Ver­hal­ten auf der ande­ren Sei­te beschaf­fen." (Wil­helm Reich "Mas­sen­psy­cho­lo­gie des Faschis­mus")   * * * Jedes Jahr am 3. Okto­ber wird die eige­ne Wahr­neh­mung fast auto­ma­tisch auf das Thema...

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Adieu Piraten!

Adieu Piraten!

I Für jeman­den, der sich nie vor­stel­len konn­te, mal in eine poli­ti­sche Par­tei ein­zu­tre­ten, ging es 2009 bei mir dann doch erstaun­lich flott. Ich hat­te schon ein paar Mona­te vor­her über einen Arbeits­kol­le­gen (natür­lich IT'ler) von den Akti­vi­tä­ten die­ser omi­nö­sen Pira­ten­par­tei gehört und ver­folg­te seit­dem im Netz spo­ra­disch deren Aktio­nen. Was die da sag­ten und taten, schien so gar nicht in den her­kömm­li­chen Par­tei­en­zir­kus zu pas­sen, der mich als über­zeug­ten Nicht­wäh­ler schon lan­ge ein­fach nur ankotz­te. Beson­ders gefiel mir der...

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Gesellschaft am Rande des Abgrunds

Gesellschaft am Rande des Abgrunds

Vor nicht all­zu lan­ger Zeit pro­bier­te ich als Rad­fah­rer auf dem Heim­weg eine neue Rou­te aus. Der angeb­li­che Rad­weg, den ich benutz­te, ende­te im Nir­gend­wo und ich muss­te auf eine schma­le Wohn­ge­biets­stra­ße ein­schwen­ken. Lei­der war nicht zu erken­nen, dass ich nun ent­ge­gen einer Ein­bahn­stra­ße fuhr, aber die har­te Rea­li­tät belehr­te mich sofort eines Bes­se­ren. Ein PKW, der mir ent­ge­gen­kam, blo­ckier­te die enge Stra­ße und ich muss­te anhal­ten. Der Fah­rer öff­ne­te sein Fens­ter und ging mich sofort rüde an. 50 m...

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Verrannt.

Verrannt.

Ein Kom­men­tar zum Ter­ror­an­schlag von Bar­ce­lo­na Lan­ge habe ich über­legt, ob ich etwas dazu schrei­be. Da geis­tert die­ses Foto durch die Netz­wer­ke. Ein totes Kind liegt auf der Stra­ße in Bar­ce­lo­na. Etwas ent­fernt dane­ben eine Frau, viel­leicht sei­ne Mut­ter. Mög­li­cher­wei­se ist es der bis­her ver­miss­te aus­tra­li­sche Jun­ge, von dem jetzt in den Medi­en die Rede ist. Er war sie­ben Jah­re alt. Es ist ent­setz­lich. Nein, ich kann die­ses Foto nicht ver­lin­ken oder ver­brei­ten, ich ver­mag es kaum anzu­se­hen. Ich habe...

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Keine Lust auf Opposition

Keine Lust auf Opposition

Die Auf­merk­sam­keits­span­ne für poli­ti­sche Ereig­nis­se ist kurz, selbst wenn die­se gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen für alle haben. Neben der Ehe für alle und der gera­de hoch­ko­chen­den Pseu­­do-Dis­­kus­­si­on über links­ex­tre­mis­ti­sche Gewalt ist daher das soge­nann­te Netz­durch­set­zungs­ge­setz schon wie­der im all­ge­mei­nen Rau­schen unter­ge­gan­gen. Nichts­des­to­trotz wird es am 1. Okto­ber in Kraft tre­ten und weit­rei­chen­de Aus­wir­kun­gen auf die grund­ge­setz­lich garan­tier­te Mei­nungs­frei­heit in die­sem Land haben — vor­aus­ge­setzt, es wird nicht vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kas­siert. Letz­te­res ist nicht unwahr­schein­lich, da schon im Vor­feld bei einer Anhö­rung Mitte...

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Umflutschen in der Roten Zone

Umflutschen in der Roten Zone

oder Die Zahn­bürs­te steht für Mut. Als ich 2009 in die Pira­ten­par­tei ein­trat, gab es noch Jahr für Jahr unter dem Mot­to "Frei­heit statt Angst" in ver­schie­de­nen deut­schen Städ­ten gro­ße Demons­tra­tio­nen. Par­tei­en und Akti­ons­grup­pen1 initi­ier­ten den Pro­test, um gegen aus­ufern­de Über­wa­chung, einen über­mäch­ti­gen Staat, die Ein­schrän­kung der Bür­ger­rech­te und für ein frei­es Inter­net auf die Stra­ße zu gehen.2 Eini­ge Jah­re lang ver­zeich­ne­ten die Orga­ni­sa­to­ren nicht sel­ten Teil­neh­mer­zah­len von mehr als 10000, teil­wei­se sogar 25000 Men­schen. Schaut man heu­te auf die Internetseite...

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Die allgemeine Spaßbefreiung

Die allgemeine Spaßbefreiung

"Puri­ta­nis­mus ist die quä­len­de Furcht, dass irgend­wer irgend­wo glück­lich sein könn­te."  (Hen­ry Lou­is Mencken) Ich geste­he, ich bin ein Faschings­muf­fel. Wenn man außer­dem in einem Bun­des­land wie Thü­rin­gen gebo­ren und auf­ge­wach­sen ist, in dem die Leu­te — nun ja — etwas zurück­hal­tend sind, dann gehö­ren tage­lan­ge rau­schen­de Kar­ne­vals­um­zü­ge auch nicht gera­de zur All­tags­er­fah­rung. In mei­ner Kind­heit zähl­te trotz­dem der Schul­fa­sching zu den auf­re­gen­de­ren Ereig­nis­sen des Jah­res. Nicht zuletzt, weil man als halb­wüch­si­ger Jun­ge die Hoff­nung heg­te, einem Mäd­chen aus der...

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Vielfalt im Dienst der Globalisierung

Vielfalt im Dienst der Globalisierung

"Poli­ti­sche Spra­che ist dazu geschaf­fen, Lügen wahr­haft und Mord respek­ta­bel klin­gen zu las­sen." (Geor­ge Orwell) Eines der in letz­ter Zeit am meis­ten gebrauch­ten und ver­brauch­ten media­len Schlag­wor­te ist Viel­falt. Als Mensch, der in einem sozia­lis­ti­schen Ein­heits­­­par­­tei-Sys­­tem auf­ge­wach­sen ist, kam ich zum ers­ten Mal nach der Wen­de mit der Viel­falt west­deut­scher Medi­en und den dar­in ver­mit­tel­ten poli­ti­schen Über­zeu­gun­gen und Lebens­ent­wür­fen in Berüh­rung. Der Buch- und Zeit­schrif­ten­markt erschien mir im Ver­gleich zur gleich­ge­schal­te­ten Pres­se der DDR wie ein son­ni­ges Para­dies, durch das...

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Augen zu und weiter so (Wahlkommentar Teil 2)

Augen zu und weiter so (Wahlkommentar Teil 2)

Kom­men wir nun zu mei­ner eige­nen Par­tei, den Pira­ten. Tho­mas Ney hat mir dazu in sei­nem Wahl­a­na­­ly­­se-Blo­g­­bei­­trag, den ich hier aus­drück­lich zur Lek­tü­re emp­feh­le, schon eini­ge Arbeit abge­nom­men. 130000 Wäh­ler hat­ten der Pira­ten­par­tei 2011 in Ber­lin ihre (Zweit-)Stimme gege­ben und mit 8,9 % dem poli­ti­schen New­co­mer ein tri­um­pha­les Ergeb­nis ver­schafft. 15 Man­dats­trä­ger zogen als Frak­ti­on ins Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus ein. Am Wahl­sonn­tag sind von den knapp 9 % auf ein­mal nur noch 1,7 % übrig geblie­ben. Der Wahl­kampf war auf vollen...

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Augen zu und weiter so (Wahlkommentar Teil 1)

Augen zu und weiter so (Wahlkommentar Teil 1)

Nach der Wahl zum Abge­ord­ne­ten­haus in Ber­lin wird viel geschrie­ben, ana­ly­siert und kom­men­tiert. Obwohl es illu­so­risch ist zu glau­ben, ich könn­te mit einem Bei­trag in einem klei­nen pri­va­ten Blog etwas Rele­van­tes zur drin­gend not­wen­di­gen Debat­te in die­sem Land bei­tra­gen, möch­te ich mich trotz­dem dazu äußern. Ins­be­son­de­re weil mir auf­fällt, dass die Dis­kus­si­on — viel­leicht nicht zufäl­lig — in die fal­sche Rich­tung geht. Oder bes­ser gesagt, etwas Wich­ti­ges außer acht lässt. Im Zen­trum der media­len Auf­merk­sam­keit steht näm­lich das Wahl­de­sas­ter der...

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